
Buchempfehlung:
Helmut Pflüger:
Wölfe im Schafspelz
Irrwege christlicher Verkündigung im 20. Jahrhundert
Mit einem Geleitwort von Joachim
Kardinal Meisner
Christiana-Verlag, Stein am Rhein/Schweiz, 2008.
256 Seiten
ISBN 978-3-7171-1142-9
"Ein Christentum ... ohne Gottheit Christi, wie
Schildkrötensuppe ohne Schildkröte" (Heinrich Heine), ist wie "schal gewordenes
Salz, das zu nichts weiter taugt, als dass es hinausgeworfen und zertreten wird
von den Menschen" (Jesus in der Bergpredigt, Matthäus 5,13). Der Verfasser -
Historiker, kein Theologe - geht der Frage nach, inwieweit die christliche
Verkündigung des vergangenen Jahrhunderts die weitgehende Entchristlichung
Deutschlands selbst verschuldet hat. Ein entmythologisierende Theologie, die
Christus zu einem reinen Menschen als weisen Lehrer verkürzt, wie sie heute
meistenteils gelehrt wird, hat weder Anziehungskraft noch irgendwelche
Verbindlichkeit und leistet der willkürlichen Interpretation und letztlich dem
Glaubensabfall Vorschub.
Durch Offenlegung der philosophischen Prämissen und
Vorurteile, die den Blick auf die tatsächlichen Ereignisse und Fakten verstellen
- weil nicht sein kann was nicht sein darf - zweigt der Verfasser, wie die
sogenannte historisch-kritische Methode der Evangelieninterpretation ihrem
eigenen Anspruch in keiner Weise genügt und zu willkürlichen Ergebnissen führt,
die sich selbst widersprechen.
Dagegen setzt er, unter zusammenfassender Verarbeitung der
neuesten papyrologischen, paläografischen, althistorischen und archäologischen
Erkenntnisse den Beweis, dass alle Evangelien von Augenzeugen bzw. von
Mitarbeitern von Augenzeugen zu einer Zeit verfasst wurden, als die meisten
Augenzeugen der Ereignisse noch lebten, also eine falsche Darstellung der Fakten
und Lehren Jesus bei den Zeitgenossen überhaupt keinen Erfolg hätte haben
können, zumal diese Schriften von Ereignissen berichten, welche die Juden so
nicht, die Heiden schon gar nicht erwartet hatten. Daraus ergibt sich
logischerweise eine reiteratio ad fontes (Rückkehr zu den Quellen).
You can drive a horse to the water, but you can not make it
drink.
(Klappentext des Buches)

"Christus kennen lernen kann man nur durch die Berichte derer,
die ihn als Augenzeugen und Zeitgenossen erlebt haben. Um also jemanden zu
ermuntern sich mit Jesus zu beschäftigen, muss zuerst wieder die Grundlage
gelegt werden, indem aufgezeigt wird, wie die sog. "historisch-kritische
Methode" der Theologen, von philosophischen Vorurteilen belastet, zu
wissenschaftlich unseriösen Behauptungen gekommen ist und dadurch die
Glaubwürdigkeit der Evangelienberichte untergraben hat. eigenartigerweise haben
Spezialisten anderer Disziplinen: Historiker, Paläografen, Papyrologen,
Archäologen in den letzten 30 Jahren die Beweise geliefert, dass die Evangelien
- ja sämtliche Schriften des Neuen Testamentes - zehn bis 30 Jahre nach dem Tod
Jesu verfasst wurden und als abgeschlossenen Schriften vorlagen, zwei der
Evangelienverfasser Augenzeugen waren, die zwei anderen indessen Mitarbeiter von
Augenzeugen waren.
Dies im Einzelnen für den interessierten Laien in einer
zusammenfassenden und verständlichen Form darzulegen, ist der Zweck der
vorliegenden Abhandlung. ...
Aus diesem Grunde hat der Verfasser den Text so knapp wie
möglich gehalten, damit der interessierte Leser die zwei Hauptprobleme nicht aus
dem Blick verliert: erstens die philosophischen Vorurteile, die die Exegese
belasten, dazulegen und Gründe zu ihrer Widerlegung aufzuzeigen, und zweitens
die Evangelien als zuverlässige historische Berichte von Zeitgenossen bzw. sogar
Augenzeugen zu erweisen. ...
Als Historiker geht er (erg.: der Verfasser) streng nach den
in der profanen Geschichte geltenden methodischen Grundsätzen der Quellenkritik
vor und kommt zu dem Ergebnis, dass die sog. historisch-kritische Methode der
Bibelexegese des Neuen Testamentes, von philosophischen Vorurteilen beengt, zu
einer nüchternen und sachlichen Beurteilung der biblischen und zeitgenössischen
Quellen nicht in der Lage oder willens war.
Was dabei herauskam, sind willkürliche Konstruktionen, die -
je nach dem gusto des Exegeten verschieden - sich auf nichts anderes stützen
können als auf textimmanente Kriterien, die allein für sich genommen keinerlei
Beweiswert haben, weil als Ergebnis immer nur herauskommen kann, was zuvor als
Arbeitshypothese in den Text hineingelegt wurde.
Der Verfasser hat es sich zur Aufgabe gesetzt, unter
Verwertung der neuesten Forschungsergebnisse von Nichttheologen, - alle
ausgewiesene international anerkannte Spezialisten auf ihrem Gebiet, den Schutt,
der durch eine als 200-jährige Exegese - die katholischen Exegeten sind erst mit
zeitlicher Verzögerung vor ca. 60 Jahren auf diesen Zug aufgesprungen -
wegzuräumen und den Blick auf die Evangelien als zuverlässige historische
Quellen freizulegen. Nur auf der sicheren Grundlage der unverkürzten und
unverfälschten biblischen Berichte ist eine Neuevangelisiserung überhaupt
möglich.
Es könnte sogar das ökumenische Gespräch zwischen Katholiken
und Protestanten wider neu belebt werden, wenn beide Kirchen "die Schrift"
unentstellt zur Grundlage wieder ernst nehmen, so wie Luther "sola scriptura"
und auch die Konzilien der katholischen Kirche, die während der Sessionen die
Bibel auf den Altar der jeweiligen Konzilsaula sichtbar postiert hatte, und das
war keine Äußerlichkeit.
(aus dem Vorwort des Verfassers)

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