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6. April 2012
Liturgische Farbe: keine bzw..
schwarz

Bild: Grabtuch von
Turin (Ausschnitt)
Er ist um
unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen.
Die Strafe liegt auf ihm, auf daß wir Frieden hätten,
und durch seine Wunden sind wir geheilt.
Jes 53,5
Wenn der Gottesdienst am Todestag des Herrn nicht
in der Form eines Bußtags-Gottesdienstes gehalten wird, wiederholt der
Introitus die Klage des leidenden Gottesknechtes aus dem
22. Psalm, dessen ersten Vers der Herr selbst in seiner Todesstunde gebetet hat.
Als Evangelium wird entweder, wo es möglich ist und
wo dieses nicht der Feier der Todesstunde vorbehalten bleibt, die ganze
Passionsgeschichte nach Johannes oder der das Sterben selbst beschreibende
Abschnitt daraus gelesen. Als
Epistel dient die prophetische Schau von dem stellvertretenden Leiden des
Gottesknechtes. Das Lied enthält die große Meditation Paul
Gerhartds über den Weg der Erniedrigung des Gottessohnes und über das
"Freudenopfer" des liebenden Herzens, das sich dem Herzen Jesu zu seinem
Eigentum "beständiglich verschreiben" will. In beiden
Kollekten bitten wir darum, daß wir empfangen, was der ewige Ratschluß
Gottes (zweite Kollekte) uns zugedacht hat.
Agende für evangelisch-lutherische Gemeinden,
Erster Band, 1962 Lutherisches Verlagshaus Berlin
siehe auch:
Kreuzigung
(externer Link)

Introitus:
Antiphon:
[Im Namen Jesu
sollen sich beugen all derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter
der Erde sind. Denn] der Herr ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am
Kreuz. |
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Psalm: |
| Mein Gott, mein
Gott, warum hast du mich verlassen? |
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ich heule, aber meine Hilfe
ist ferne. |
| [Mein Gott, des
Tages rufe ich, so antwortest du nicht; |
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und des Nachts schweige ich
auch nicht. |
| Ich bin ein Wurm
und kein Mensch, |
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ein Spott der Leute und
Verachtung des Volkes.] |
| Alle, die mich
sehen, spotten mein, |
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sperren das Maul auf und
schütteln den Kopf: |
| "Er klage es dem
Herrn, der helfe ihm aus |
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und errette ihn, hat er Lust
zu ihm." |
| Sei nicht ferne
von mir, denn Angst ist nahe; |
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denn es ist hier kein Helfer. |
| [Ich bin
ausgeschüttet wie Wasser, alle meine Gebeine haben sich zertrennet; |
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mein Herz ist in meinem Leibe
wie zerschmolzenes Wachs. |
| Mein Schlund ist
vertrocknet wie eine Scherbe und meine Zunge klebt an meinem Gaumen, |
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und du legst mich in des Todes
Staub. |
| Denn Hunde haben
mich umgeben, und der Bösen Rotte hat mich umringet; |
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sie haben meine Hände und Füße durchgraben. |
| Ich könnt alle
meine Gebeine zählen; |
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sie aber scheuen und sehen
ihre Lust an mir. |
| Sie teilen meine
Kleider unter sich |
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und werfen das Los um mein
Gewand. |
| Aber du, Herr,
sei nicht ferne; |
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meine Stärke, eile mir zu
helfen.] |
Kein Gloria patri
B wie am
Mittwoch in der Karwoche
Kein Gloria in excelsis
Kollekte
Allmächtiger Vater, ewiger Gott, der du für uns hast
deinen Sohn des Kreuzes Pein leiden lassen, auf daß du von uns des Feindes
Gewalt triebest: verleihe uns, sein Leiden dankbar also zu begehen / daß wir
dadurch der Sünden Vergebung und vom ewigen Tod Erlösung erlangen.
Durch unsern Herrn Jesum Christum, Deinen Sohn / der
mit Dir in der Einheit des Heiligen Geistes lebt und regiert von Ewigkeit zu
Ewigkeit.
oder:
Allmächtiger ewiger Gott,
der du von Anbeginn der Welt beschlossen hast, das menschliche Geschlecht zu
erlösen, und hast deinen Ratschluß in der Hingabe deines Sohnes am Kreuz
vollendet: wir bitten dich, laß uns die Tat deiner ewigen Liebe erkennen / auf
daß wir, mit dir versöhnt, des ewigen Lebens teilhaftig werden.
Durch unsern Herrn Jesum Christum, Deinen Sohn / der
mit Dir in der Einheit des Heiligen Geistes lebt und regiert von Ewigkeit zu
Ewigkeit.
Epistel
Jes 52+53
So spricht der HERR: Siehe, meinem Knecht wird's gelingen, er wird erhöht und
sehr hoch erhaben sein.
Wie sich viele über ihn entsetzten, weil seine Gestalt häßlicher war als die
anderer Leute und sein Aussehen als das der Menschenkinder,
so wird er viele Heiden besprengen, daß auch Könige werden ihren Mund vor ihm
zuhalten. Denn denen nichts davon verkündet ist, die werden es nun sehen, und
die nichts davon gehört haben, die werden es merken.
Aber wer glaubt dem, was uns verkündet wurde, und wem ist der Arm des HERRN
offenbart?
Er schoß auf vor ihm wie ein Reis und wie eine Wurzel aus dürrem Erdreich. Er
hatte keine Gestalt und Hoheit. Wir sahen ihn, aber da war keine Gestalt, die
uns gefallen hätte.
Er war der Allerverachtetste und Unwerteste, voller Schmerzen und Krankheit. Er
war so verachtet, daß man das Angesicht vor ihm verbarg; darum haben wir ihn für
nichts geachtet.
Fürwahr, er trug unsre Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen. Wir aber
hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre.
Aber er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen
zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf daß wir Frieden hätten, und durch
seine Wunden sind wir geheilt.
Wir gingen alle in die Irre wie Schafe, ein jeder sah auf seinen Weg. Aber der
HERR warf unser aller Sünde auf ihn.
Als er gemartert ward, litt er doch willig und tat seinen Mund nicht auf wie ein
Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird; und wie ein Schaf, das verstummt vor
seinem Scherer, tat er seinen Mund nicht auf.
Er ist aus Angst und Gericht hinweggenommen. Wer aber kann sein Geschick
ermessen? Denn er ist aus dem Lande der Lebendigen weggerissen, da er für die
Missetat meines Volks geplagt war.
Und man gab ihm sein Grab bei Gottlosen und bei Übeltätern, als er gestorben
war, wiewohl er niemand Unrecht getan hat und kein Betrug in seinem Munde
gewesen ist.
So wollte ihn der HERR zerschlagen mit Krankheit. Wenn er sein Leben zum
Schuldopfer gegeben hat, wird er Nachkommen haben und in die Länge leben, und
des HERRN Plan wird durch seine Hand gelingen.
Weil seine Seele sich abgemüht hat, wird er das Licht schauen und die Fülle
haben. Und durch seine Erkenntnis wird er, mein Knecht, der Gerechte, den Vielen
Gerechtigkeit schaffen; denn er trägt ihre Sünden.
Darum will ich ihm die Vielen zur Beute geben, und er soll die Starken zum Raube
haben, dafür daß er sein Leben in den Tod gegeben hat und den Übeltätern
gleichgerechnet ist und er die Sünde der Vielen getragen hat und für die
Übeltäter gebeten.
Lied
Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld
(EG 83)
1. Ein Lämmlein geht und trägt
die Schuld
der Welt und ihrer Kinder;
es geht und büßet in Geduld
die Sünden aller Sünder;
es geht dahin, wird matt und krank,
ergibt sich auf die Würgebank,
entsaget allen Freuden,
es nimmet an Schmach, Hohn und Spott,
Angst, Wunden, Striemen, Kreuz und Tod
und spricht: "Ich will's gern leiden."
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5. Ich will von deiner
Lieblichkeit
bei Nacht und Tage singen,
mich selbst auch dir nach Möglichkeit
zum Freudenopfer bringen.
Mein Bach des Lebens soll sich dir
und deinem Namen für und für
in Dankbarkeit ergießen;
und was du mir zugut getan,
das will ich stets, so tief ich kann,
in mein Gedächtnis schließen.
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2. Das Lämmlein ist der große
Freund
und Heiland meiner Seelen;
den, den hat Gott zum Sündenfeind
und Sühner wollen wählen:
"Geh hin, mein Kind, und nimm dich an
der Kinder, die ich ausgetan
zur Straf und Zornesruten;
die Straf ist schwer, der Zorn ist groß,
du kannst und sollst sie machen los
durch Sterben und durch Bluten."
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6. Das soll und will ich mir
zunutz
zu allen Zeiten machen;
im Streite soll es sein mein Schutz,
in Traurigkeit mein Lachen,
in Fröhlichkeit mein Saitenspiel;
und wenn mir nichts mehr schmecken will,
soll mich dies Manna speisen;
im Durst soll's sein mein Wasserquell,
in Einsamkeit mein Sprachgesell
zu Haus und auch auf Reisen.
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3. "Ja, Vater, ja von
Herzensgrund,
leg auf, ich will dir's tragen;
mein Wollen hängt an deinem Mund,
mein Wirken ist dein Sagen."
O Wunderlieb, o Liebesmacht,
du kannst - was nie kein Mensch gedacht -
Gott seinen Sohn abzwingen.
O Liebe, Liebe, du bist stark,
du streckest den in Grab und Sarg,
vor dem die Felsen springen.
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7. Wenn endlich ich soll treten
ein
in deines Reiches Freuden,
so soll dein Blut mein Purpur sein,
ich will mich darein kleiden;
es soll sein meines Hauptes Kron,
in welcher ich will vor den Thron
des höchsten Vaters gehen
und dir, dem er mich anvertraut,
als eine wohlgeschmückte Braut
an deiner Seite stehen.
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4. Mein Lebetage will ich dich
aus meinem Sinn nicht lassen,
dich will ich stets, gleich wie du mich,
mit Liebesarmen fassen.
Du sollst sein meines Herzens Licht,
und wenn mein Herz in Stücke bricht,
sollst du mein Herze bleiben;
ich will mich dir, mein höchster Ruhm,
hiermit zu deinem Eigentum
beständiglich verschreiben. |
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Evangelium
Joh 19
Pilatus überantwortete
Jesus, daß er gekreuzigt würde.
Sie nahmen ihn aber,
und er trug sein Kreuz und ging hinaus zur Stätte, die da heißt Schädelstätte,
auf hebräisch Golgatha.
Dort kreuzigten sie ihn und mit ihm zwei andere zu beiden Seiten, Jesus aber in
der Mitte.
Pilatus aber schrieb eine Aufschrift und setzte sie auf das Kreuz; und es war
geschrieben: Jesus von Nazareth, der König der Juden.
Diese Aufschrift lasen viele Juden, denn die Stätte, wo Jesus gekreuzigt wurde,
war nahe bei der Stadt. Und es war geschrieben in hebräischer, lateinischer und
griechischer Sprache.
Da sprachen die Hohenpriester der Juden zu Pilatus: Schreib nicht: Der König der
Juden, sondern, daß er gesagt hat: Ich bin der König der Juden.
Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, das habe ich geschrieben.
Als aber die Soldaten Jesus gekreuzigt hatten, nahmen sie seine Kleider und
machten vier Teile, für jeden Soldaten einen Teil, dazu auch das Gewand. Das war
aber ungenäht, von oben an gewebt in einem Stück.
Da sprachen sie untereinander: Laßt uns das nicht zerteilen, sondern darum
losen, wem es gehören soll. So sollte die Schrift erfüllt werden, die sagt: "Sie
haben meine Kleider unter sich geteilt und haben über mein Gewand das Los
geworfen." Das taten die Soldaten.
Es standen aber bei dem Kreuz Jesu seine Mutter und seiner Mutter Schwester,
Maria, die Frau des Klopas, und Maria von Magdala.
Als nun Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er liebhatte, spricht
er zu seiner Mutter: Frau, siehe, das ist dein Sohn!
Danach spricht er zu dem Jünger: Siehe, das ist deine Mutter! Und von der Stunde
an nahm sie der Jünger zu sich.
Danach, als Jesus wußte, daß schon alles vollbracht war, spricht er, damit die
Schrift erfüllt würde: Mich dürstet.
Da stand ein Gefäß voll Essig. Sie aber füllten einen Schwamm mit Essig und
steckten ihn auf ein Ysoprohr und hielten es ihm an den Mund.
Als nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! und neigte
das Haupt und verschied.
oder:
Als Jesus das geredet
hatte, ging er hinaus mit seinen Jüngern über den Bach Kidron; da war ein
Garten, in den gingen Jesus und seine Jünger.
Judas aber, der ihn verriet, kannte den Ort auch, denn Jesus versammelte sich
oft dort mit seinen Jüngern.
Als nun Judas die Schar der Soldaten mit sich genommen hatte und Knechte von den
Hohenpriestern und Pharisäern, kommt er dahin mit Fackeln, Lampen und mit
Waffen.
Da nun Jesus alles wußte, was ihm begegnen sollte, ging er hinaus und sprach zu
ihnen: Wen sucht ihr?
Sie antworteten ihm: Jesus von Nazareth. Er spricht zu ihnen: Ich bin's! Judas
aber, der ihn verriet, stand auch bei ihnen.
Als nun Jesus zu ihnen sagte: Ich bin's!, wichen sie zurück und fielen zu Boden.
Da fragte er sie abermals: Wen sucht ihr? Sie aber sprachen: Jesus von Nazareth.
Jesus antwortete: Ich habe euch gesagt, daß ich es bin. Sucht ihr mich, so laßt
diese gehen!
Damit sollte das Wort erfüllt werden, das er gesagt hatte: Ich habe keinen von
denen verloren, die du mir gegeben hast.
Simon Petrus aber hatte ein Schwert und zog es und schlug nach dem Knecht des
Hohenpriesters und hieb ihm sein rechtes Ohr ab. Und der Knecht hieß Malchus.
Da sprach Jesus zu Petrus: Steck dein Schwert in die Scheide! Soll ich den Kelch
nicht trinken, den mir mein Vater gegeben hat?
Die Schar aber und ihr Anführer und die Knechte der Juden nahmen Jesus und
banden ihn
und führten ihn zuerst zu Hannas; der war der Schwiegervater des Kaiphas, der in
jenem Jahr Hoherpriester war.
Kaiphas aber war es, der den Juden geraten hatte, es wäre gut, ein Mensch stürbe
für das ganze Volk.
Simon Petrus aber folgte Jesus nach und ein anderer Jünger. Dieser Jünger war
dem Hohenpriester bekannt und ging mit Jesus hinein in den Palast des
Hohenpriesters.
Petrus aber stand draußen vor der Tür. Da kam der andere Jünger, der dem
Hohenpriester bekannt war, heraus und redete mit der Türhüterin und führte
Petrus hinein.
Da sprach die Magd, die Türhüterin, zu Petrus: Bist du nicht auch einer von den
Jüngern dieses Menschen? Er sprach: Ich bin's nicht.
Es standen aber die Knechte und Diener und hatten ein Kohlenfeuer gemacht, denn
es war kalt, und sie wärmten sich. Aber auch Petrus stand bei ihnen und wärmte
sich.
Der Hohepriester befragte nun Jesus über seine Jünger und über seine Lehre.
Jesus antwortete ihm: Ich habe frei und offen vor aller Welt geredet. Ich habe
allezeit gelehrt in der Synagoge und im Tempel, wo alle Juden zusammenkommen,
und habe nichts im Verborgenen geredet.
Was fragst du mich? Frage die, die gehört haben, was ich zu ihnen geredet habe.
Siehe, sie wissen, was ich gesagt habe.
Als er so redete, schlug einer von den Knechten, die dabeistanden, Jesus ins
Gesicht und sprach: Sollst du dem Hohenpriester so antworten?
Jesus antwortete: Habe ich übel geredet, so beweise, daß es böse ist; habe ich
aber recht geredet, was schlägst du mich?
Und Hannas sandte ihn gebunden zu dem Hohenpriester Kaiphas.
Simon Petrus aber stand da und wärmte sich. Da sprachen sie zu ihm: Bist du
nicht einer seiner Jünger? Er leugnete und sprach: Ich bin's nicht.
Spricht einer von den Knechten des Hohenpriesters, ein Verwandter dessen, dem
Petrus das Ohr abgehauen hatte: Sah ich dich nicht im Garten bei ihm?
Da leugnete Petrus abermals, und alsbald krähte der Hahn.
Da führten sie Jesus von Kaiphas zum Prätorium; es war früh am Morgen. Und sie
gingen nicht hinein, damit sie nicht unrein würden, sondern das Passamahl essen
könnten.
Da kam Pilatus zu ihnen heraus und fragte: Was für eine Klage bringt ihr gegen
diesen Menschen vor?
Sie antworteten und sprachen zu ihm: Wäre dieser nicht ein Übeltäter, wir hätten
ihn dir nicht überantwortet.
Da sprach Pilatus zu ihnen: So nehmt ihr ihn hin und richtet ihn nach eurem
Gesetz. Da sprachen die Juden zu ihm: Wir dürfen niemand töten.
So sollte das Wort Jesu erfüllt werden, das er gesagt hatte, um anzuzeigen,
welchen Todes er sterben würde.
Da ging Pilatus wieder hinein ins Prätorium und rief Jesus und fragte ihn: Bist
du der König der Juden?
Jesus antwortete: Sagst du das von dir aus, oder haben dir's andere über mich
gesagt?
Pilatus antwortete: Bin ich ein Jude? Dein Volk und die Hohenpriester haben dich
mir überantwortet. Was hast du getan?
Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Wäre mein Reich von
dieser Welt, meine Diener würden darum kämpfen, daß ich den Juden nicht
überantwortet würde; nun aber ist mein Reich nicht von dieser Welt.
Da fragte ihn Pilatus: So bist du dennoch ein König? Jesus antwortete: Du sagst
es, ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, daß ich
die Wahrheit bezeugen soll. Wer aus der Wahrheit ist, der hört meine Stimme.
Spricht Pilatus zu ihm: Was ist Wahrheit? Und als er das gesagt hatte, ging er
wieder hinaus zu den Juden und spricht zu ihnen: Ich finde keine Schuld an ihm.
Es besteht aber die Gewohnheit bei euch, daß ich euch einen zum Passafest
losgebe; wollt ihr nun, daß ich euch den König der Juden losgebe?
Da schrien sie wiederum: Nicht diesen, sondern Barabbas! Barabbas aber war ein
Räuber.
Da nahm Pilatus Jesus und ließ ihn geißeln.
Und die Soldaten flochten eine Krone aus Dornen und setzten sie auf sein Haupt
und legten ihm ein Purpurgewand an
und traten zu ihm und sprachen: Sei gegrüßt, König der Juden! und schlugen ihm
ins Gesicht.
Da ging Pilatus wieder hinaus und sprach zu ihnen: Seht, ich führe ihn heraus zu
euch, damit ihr erkennt, daß ich keine Schuld an ihm finde.
Und Jesus kam heraus und trug die Dornenkrone und das Purpurgewand. Und Pilatus
spricht zu ihnen: Seht, welch ein Mensch!
Als ihn die Hohenpriester und die Knechte sahen, schrien sie: Kreuzige!
Kreuzige! Pilatus spricht zu ihnen: Nehmt ihr ihn hin und kreuzigt ihn, denn ich
finde keine Schuld an ihm.
Die Juden antworteten ihm: Wir haben ein Gesetz, und nach dem Gesetz muß er
sterben, denn er hat sich selbst zu Gottes Sohn gemacht.
Als Pilatus dies Wort hörte, fürchtete er sich noch mehr
und ging wieder hinein in das Prätorium und spricht zu Jesus: Woher bist du?
Aber Jesus gab ihm keine Antwort.
Da sprach Pilatus zu ihm: Redest du nicht mit mir? Weißt du nicht, daß ich Macht
habe, dich loszugeben, und Macht habe, dich zu kreuzigen?
Jesus antwortete: Du hättest keine Macht über mich, wenn es dir nicht von oben
her gegeben wäre. Darum: der mich dir überantwortet hat, der hat größere Sünde.
Von da an trachtete Pilatus danach, ihn freizulassen. Die Juden aber schrien:
Läßt du diesen frei, so bist du des Kaisers Freund nicht; denn wer sich zum
König macht, der ist gegen den Kaiser.
Als Pilatus diese Worte hörte, führte er Jesus heraus und setzte sich auf den
Richterstuhl an der Stätte, die da heißt Steinpflaster, auf hebräisch Gabbata.
Es war aber am Rüsttag für das Passafest um die sechste Stunde. Und er spricht
zu den Juden: Seht, das ist euer König!
Sie schrien aber: Weg, weg mit dem! Kreuzige ihn! Spricht Pilatus zu ihnen: Soll
ich euren König kreuzigen? Die Hohenpriester antworteten: Wir haben keinen König
als den Kaiser.
Da überantwortete er ihnen Jesus, daß er gekreuzigt würde.
Sie nahmen ihn aber,
und er trug sein Kreuz und ging hinaus zur Stätte, die da heißt Schädelstätte,
auf hebräisch Golgatha.
Dort kreuzigten sie ihn und mit ihm zwei andere zu beiden Seiten, Jesus aber in
der Mitte.
Pilatus aber schrieb eine Aufschrift und setzte sie auf das Kreuz; und es war
geschrieben: Jesus von Nazareth, der König der Juden.
Diese Aufschrift lasen viele Juden, denn die Stätte, wo Jesus gekreuzigt wurde,
war nahe bei der Stadt. Und es war geschrieben in hebräischer, lateinischer und
griechischer Sprache.
Da sprachen die Hohenpriester der Juden zu Pilatus: Schreib nicht: Der König der
Juden, sondern, daß er gesagt hat: Ich bin der König der Juden.
Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, das habe ich geschrieben.
Als aber die Soldaten Jesus gekreuzigt hatten, nahmen sie seine Kleider und
machten vier Teile, für jeden Soldaten einen Teil, dazu auch das Gewand. Das war
aber ungenäht, von oben an gewebt in einem Stück.
Da sprachen sie untereinander: Laßt uns das nicht zerteilen, sondern darum
losen, wem es gehören soll. So sollte die Schrift erfüllt werden, die sagt: "Sie
haben meine Kleider unter sich geteilt und haben über mein Gewand das Los
geworfen." Das taten die Soldaten.
Es standen aber bei dem Kreuz Jesu seine Mutter und seiner Mutter Schwester,
Maria, die Frau des Klopas, und Maria von Magdala.
Als nun Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er liebhatte, spricht
er zu seiner Mutter: Frau, siehe, das ist dein Sohn!
Danach spricht er zu dem Jünger: Siehe, das ist deine Mutter! Und von der Stunde
an nahm sie der Jünger zu sich.
Danach, als Jesus wußte, daß schon alles vollbracht war, spricht er, damit die
Schrift erfüllt würde: Mich dürstet.
Da stand ein Gefäß voll Essig. Sie aber füllten einen Schwamm mit Essig und
steckten ihn auf ein Ysoprohr und hielten es ihm an den Mund.
Als nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! und neigte
das Haupt und verschied.
Weil es aber Rüsttag war und die Leichname nicht am Kreuz bleiben sollten den
Sabbat über - denn dieser Sabbat war ein hoher Festtag -, baten die Juden
Pilatus, daß ihnen die Beine gebrochen und sie abgenommen würden.
Da kamen die Soldaten und brachen dem ersten die Beine und auch dem andern, der
mit ihm gekreuzigt war.
Als sie aber zu Jesus kamen und sahen, daß er schon gestorben war, brachen sie
ihm die Beine nicht;
sondern einer der Soldaten stieß mit dem Speer in seine Seite, und sogleich kam
Blut und Wasser heraus.
Und der das gesehen hat, der hat es bezeugt, und sein Zeugnis ist wahr, und er
weiß, daß er die Wahrheit sagt, damit auch ihr glaubt.
Denn das ist geschehen, damit die Schrift erfüllt würde: "Ihr sollt ihm kein
Bein zerbrechen."
Und wiederum sagt die Schrift an einer andern Stelle: "Sie werden den sehen, den
sie durchbohrt haben."
Jesu Grablegung
Danach bat Josef von Arimathäa, der ein Jünger Jesu war, doch heimlich, aus
Furcht vor den Juden, den Pilatus, daß er den Leichnam Jesu abnehmen dürfe. Und
Pilatus erlaubte es. Da kam er und nahm den Leichnam Jesu ab.
Es kam aber auch Nikodemus, der vormals in der Nacht zu Jesus gekommen war, und
brachte Myrrhe gemischt mit Aloe, etwa hundert Pfund.
Da nahmen sie den Leichnam Jesu und banden ihn in Leinentücher mit
wohlriechenden Ölen, wie die Juden zu begraben pflegen.
Es war aber an der Stätte, wo er gekreuzigt wurde, ein Garten und im Garten ein
neues Grab, in das noch nie jemand gelegt worden war.
Dahin legten sie Jesus wegen des Rüsttags der Juden, weil das Grab nahe war.
Präfation und Schlußkollekte
wie am Sonntag Judika

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