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Buchempfehlung:
Helmut Schatz:
Historische Bilder zum
Evangelisch-Lutherischen Gottesdienst
Eine Dokumentation
Verlag: 3 K-Vlg
ISBN 3-924940-64-9

Quelle: Helmut Schatz, Historische Bilder zum
Evangelisch-Lutherischen Gottesdienst
Eine Überraschung für jeden, der
den schwarzen Talar für die einzig legitime liturgische Kleidung
in einer evangelischen Kirche hält!
Der Bildband "Historische Bilder zum
Evangelisch-Lutherischen Gottesdienst" ist eine Frucht jahrelangen Mühens. Der Autor begab sich auf Spurensuche in
evangelisch-lutherischen Kirchen, um dort Zeugnisse früheren gottesdienstlichen
Lebens zu finden.
Hier werden auf weit über 100 Seiten viele
Bilder aus vergangenen Jahrhunderten dokumentiert, die uns zeigen, wie in
den Jahren vor der Einführung des schwarzen Talars in den lutherischen Gemeinden
Gottesdienst gefeiert wurde.
Die lutherische
Reformation war keine Bewegung der Bilderstürmer. Für Luther und seine Mitarbeiter
waren weder die reiche Bildsprache in den Kirchenräumen noch die farbigen gottesdienstlichen Gewänder
ein Problem.
Im Gegenteil: Luther wollte sich ausdrücklich aller
Ausdrucksmöglichkeiten bedienen, um das Evangelium verständlich zu machen. So
blieb es in den lutherischen Gemeinden im Gegensatz zu den reformierten
lange bei den althergebrachten Meßgewändern.
Im Gegensatz dazu lehnte die calvinistische
(reformierte) Richtung der Reformation jede Form sinnlichen Ausdrucks des Glaubens ab.
In den Kirchen, die "calvinistisch" wurden, zerstörte man darum die geschnitzten Figuren,
übertünchte die Bilder, beseitigte die Altäre und verbot ausdrücklich den Gebrauch von Kerzen und farbigen Gewändern
während des Gottesdienstes.
Daß so etwas auch "schleichend" geschehen konnte,
zeigt die Geschichte der lutherischen Gemeinden im Herrschaftsgebiet der
brandenburgischen Hohenzollern:
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Im Jahr 1613 trat der
Brandenburgische Kurfürst
Johann Sigismund vom lutherischen Bekenntnis seiner Väter öffentlich zum Calvinismus über. Er hatte in Straßburg studiert und sich dort innerlich der
Lehre Calvins zugewandt. Seine Absicht war es, auch seine lutherischen
Untertanen calvinistisch zu machen. Da er jedoch auf Widerstand stieß, sicherte er
seinen Untertanen 1615 den dauernden Bestand ihres lutherischen Bekenntnisses
zu.
Es begann unter ihm allerdings die Geschichte der langsamen Umpolung der
lutherischen Kirchen Brandenburgs (und später Preußens):
Unter Johann Sigismund wurden zunächst in der Berliner Domkirche die Bilder,
Kruzifixe und Altäre entfernt.
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Der "Große Kurfürst"
(1620 - 1688) schaffte die lutherische Konkordienformel in seinem
Herrschaftsgebiet offiziell ab. Per Edikt
wurde der Besuch der lutherischen Universität Wittenberg verboten. Wollte ein märkischer
Lutheraner Theologie studieren, war er auf die theologische Fakultät in
Frankfurt/Oder angewiesen. Deren Lehrstühle waren aber weitgehend nicht
mit Lutheranern, sondern mit Reformierten besetzt.
Reformierte Christen wurden bei
Beförderungen begünstigt, und ihre Prediger wurden vielfach in lutherische
Stellen gebracht.
In einem Edikt vom 9.6.1683 verbot der Große Kurfürst die weißen Chorröcke der Geistlichen und
das Vortragen der Kreuze bei Begräbnissen.
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Auch der "Soldatenkönig" König
Friedrich Wilhelm I. (1688 - 1740) war bestrebt, den lutherischen Gottesdienst dem
reformierten anzugleichen. Mit mehreren Edikten wurden die alten lutherischen
Kirchenzeremonien beseitigt, das Tragen der Kaseln, der Gebrauch von Kerzen
und das Singen des
Segens, des Evangeliums und der Epistel verboten.
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Unter seinem Nachfolger,
Friedrich dem Großen (1712 -1786), bekamen die Lutheraner noch einmal etwas Luft. 1740
wurde ihnen erlaubt, wieder Kaseln zu tragen, Kerzen in der Kirche anzuzünden
und andere Zeremonien zu pflegen.
Als jedoch im Jahre 1811 König Friedrich
Wilhelm III. für alle lutherischen und reformierten Pfarrer den schwarzen Talar anordnete,
tat er das nicht nur, um die sechs Jahre später
vollzogene Zwangsunion zwischen der lutherischen und reformierten Kirche
vorzubereiten. Es geschah auch deswegen, weil viele Pfarrer sich inzwischen angewöhnt
hatten, im Straßenanzug Gottesdienst zu halten. Hinzu kam, daß aus der Sicht des Königs die Pfarrer als
Staatsbeamte keine geistliche Kleidung, sondern sozusagen eine Uniform tragen
sollten. Daher galt die Pflicht zum Tragen des schwarzen Talars gleichermaßen für
andere Beamte: Richter, Staatsanwälte und sogar jüdische Rabbiner.
Noch heute empfinden Gäste aus der Ökumene die deutschen
schwarzen Talare der Pastoren als Richtergewand. |
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Mit der lutherischen Reformation hat der schwarze
Talar also ganz und gar nichts zu tun. Luther und die
anderen Wittenberger Reformatoren trugen im Gottesdienst ganz selbstverständlich die
althergebrachten Meßgewänder, wenn sie am Altar amtierten. Nur wenn Luther
lediglich
predigte und ein anderer die Liturgie leitete, trug Luther ein "ziviles" Gewand:
seinen
schwarzen Gelehrtenrock.
In den lutherischen Kirchen
Skandinaviens und des Baltikums sind stets die farbigen
gottesdienstlichen Gewänder der Geistlichen in Gebrauch geblieben.
Wer sich für Bilddokumente aus
alter Zeit interessiert, auf denen zu sehen ist, wie man früher
evangelisch-lutherischen Gottesdienst feierte, sei auf das Buch "Historische Bilder zum
Evangelisch-Lutherischen Gottesdienst"
hingewiesen!

Bestellungen richten Sie bitte an den Buchhandel.
oder an:
Helmut Schatz
Nussbaumweg 14
91522 Ansbach
Tel. 0981/9508825
oder :
Pfr. i. R. Reiner Schotte
Klausenweg 12a
85092 Kösching
Tel. : 08456 / 80 332

Dieses Buch ist auch auf CD im pdf-Format erschienen.
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